• tizianwagner

Miami, United States - Kulturschock und gelungene Abwechslung

Ursprünglich hatten wir die Vereinigten Staaten klar aus unseren potenziellen Reisezielen ausgeklammert. Nicht etwa weil das Land nicht sehenswert ist, ganz im Gegenteil. Viel mehr weil ich selbst schon mehrfach in den USA unterwegs war und Laura auch schon einen fünfwöchigen Roadtrip dort gemacht hat. Davon abgesehen gehören die USA budgettechnisch eher zu den teuren Regionen. Durch diese klare Abgrenzung vor unserer Reise konnten wir es selbst in der Ankunftshalle am Flughafen in Miami noch nicht so richtig fassen, dass wir nach nicht einmal fünf Wochen derart von unseren Planungen abwichen. Aber wie kam es überhaupt dazu?

Drei Tage vor der Abreise aus Deutschland hatten wir spontan die Möglichkeit, einen Termin für die erste Corona-Impfung wahrzunehmen. Danach war klar, dass wir uns unterwegs um die zweite Dosis bemühen müssen. Unabhängig davon hatte ich davor schon Kontakt mit meinem ehemaligen Mannschaftskameraden Jonas, der mittlerweile in Miami lebt und uns herzlichst zu einem Abstecher in Florida eingeladen hatte. Durch ihn fanden wir heraus, dass in den Vereinigten Staaten bereits auch nicht US-Bürger ohne Probleme geimpft werden. Wir beschlossen beides miteinander zu verbinden und Jonas und seine Freundin Michelle zu besuchen.


Die Beiden waren überaus fürsorgliche und zuvorkommende Gastgeber und setzten alles daran, dass wir uns bei ihnen wohlfühlen. Jonas holte uns nach unserer Ankunft um 22:30 Uhr ab und chauffierte uns gekonnt durch das Vekehrschaos rund um den Flughafen. In ihrer Wohnung in Downtown angekommen, staunten wir nicht schlecht als wir vom Balkon im 29. Stock aus die unzähligen Lichter der Stadt erblickten. Erst am nächsten Morgen bei Tageslicht stellten wir fest, dass man außerdem einen atemberaubenden Blick über die Bay, Miami Beach und die Anlagestelle der gigantischen Kreuzfahrtschiffe hat.

Luna, der neun Monate alte Husky der Beiden, war am Anfang noch etwas schüchtern. Nach einem ausführlichen Beschnuppern unserer großen Rucksäcke wurde sie aber schnell warm mit uns und kuschelte sich zu uns für ausgiebige Streicheleinheiten.

Nach knapp 5 Wochen in Costa Rica war Miami eine gelungene Abwechslung für uns, aber auch eine komplett andere Erfahrung. Neben den vielen Hochhäusern, waren auch die luxuriösen Sportwagen auf den Straßen zunächst völlig ungewohnt nach den in die Jahre gekommenen Bussen aus Costa Rica. Hier lohnt es sich besonders in ein Café zu sitzen um Leute zu beobachten, von den auffälligsten Outfits bis hin zu den verrücktesten Persönlichkeiten gibt es hier wirklich alles zu sehen. Wir hatten das Gefühl, dass sich in der Stadt viel um die eigene Wirkung auf andere dreht.


Für unseren Ausflug in die Everglades durften wir uns Jonas‘ Cabrio ausleihen und düsten über den Highway. Die Airboat-Tour im Nationalpark der Everglades führte über geflutete Wiesen und entlang der vielen kleinen Flüsse. Unterwegs konnten wir Alligatoren in der Nähe des Boots ausmachen.

In Miami zeigten uns unsere Gastgeber die verschiedenen Viertel der Stadt. Neben Miami Beach, wo man die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt vom Pier aus bestaunen kann, ist Wynwood ein absolutes Muss. Die Wynwood Walls sind das Wahrzeichen dieses Szene-Viertels, in dem sich alles um Graffitis dreht.

Wir probierten uns im Lauf der Woche einmal quer durch die Restaurants der Stadt und hatten das erste Mal seit Wochen wieder eine Pizza, welche man in Italien nicht besser hätte kriegen können.

Michelle und Jonás verwöhnten uns mit selbstgemachtem mexikanischem Frühstück (Chilaquiles) und sorgten dafür, dass wir uns wirklich wie zuhause fühlten.

Neben den unzähligen EM-Spielen die wir entweder auf dem Fernseher auf dem Balkon oder in einer Sportsbar verfolgt haben, hatte ich sogar die Gelegenheit, bei der wöchentlichen Fußball Runde mitzukommen. Man hat mir wohl angesehen, wie viel Spaß ich hatte endlich mal wieder auf dem Platz zu stehen und ein paar richtige Kickschuhe an den Füßen zu haben :-)


Michelle konnte uns als gebürtige Mexikanerin noch mit ausreichend Tipps für unsere nächste Station versorgen. Sie war auch diejenige, die uns am Ende unserer Zeit in Miami zurück an den Flughafen brachte. Von dort machten wir uns auf den Weg nach Cancun in Mexiko.




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