• Laura Enderlin

Drake Bay & Corcovado National Park

Um einen optimal gelegenen Ausgangspunkt für den Besuch des Corcovado Nationalpark zu haben, beschlossen wir einige Tage in Drake Bay zu verbringen. Dieses kleine Dorf im Südwesten der Pazifikküste ist nur mit dem Boot zu erreichen. Durch einen Mangrovenwald und vorbei an Palmenhainen führte uns die Bootsfahrt nach knapp einer Stunde auf das offene Meer mit entsprechendem Wellengang.

Unsere Gastgeberin holte uns direkt am Strand ab und brachte uns zu unserem Bungalow mit Meerblick und ganz wichtig: mit einer Klimaanlage. Im Garten der Unterkunft erwarteten uns zwei rote Aras in den Palmen.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Boot um 05:55 Uhr los zum Corcovado National Park. Der Nationalpark ist eines der weltweit artenreichsten Reservate und die Heimat von einigen besonders gefährdeten Tierarten wie z.B. Jaguar und Tapir. Wir waren zusammen mit vier anderen Besuchern in einer kleinen Gruppe mit einem Guide unterwegs. Die Tour führte rund um die Sirena Ranger Station, welche durch ihre abgelegene Lage mitten im Park besonders gute Chancen bietet um Wildtiere zu sehen. Die etwas mühsame Anreise hat sich definitiv gelohnt: wir konnten mehrere Gruppen Klammeraffen, Totenkopfaffen und Brüllaffen in den Bäumen beobachten. Ein besonders schönes Erlebnis war es, ein Paar rote Aras gemeinsam über die Baumgipfel des Regenwalds fliegen zu sehen. Wir konnten förmlich spüren wie unberührt und wunderschön dieses Naturschutzgebiet erhalten ist. Die Begegnung mit einer Gruppe aus ca. 15 Wildschweinen verlief im Vergleich dazu nicht ganz so ruhig. Da sich Frischlinge in der Gruppe befanden, wurden wir von den restlichen Tieren umkreist um ein gefahrloses Passieren sicherzustellen. Wir verhielten uns ganz ruhig und hielten gespannt die Luft an. Sobald die Schützlinge außerhalb unserer Sichtweite waren, zogen auch die Aufpasser wieder von dannen. Eine Familie Nasenbären war fast genauso aufgeregt wie wir und brachte ihre Jungtiere schnell in Sicherheit im dichten Unterholz.

Auch wenn unser Guide nichts unversucht ließ und jede Wasserstelle mit uns abgelaufen ist, hatten wir leider nicht das Glück einen Tapir zu sehen. So haben wir schonmal einen Grund wieder zurückzukommen :-)

Auf dem Rückweg mit dem Boot begleiteten uns für ein kurzes Stück einige Delfine und genossen das Fahrtwasser.

Völlig erschöpft aber sehr zufrieden genossen wir zum Abendessen das für Costa Rica typische Casado (Fleisch, Reis mit schwarzen Bohnen und anderen Beilagen) in einem kleinen Soda.

Den nächsten Tag starteten wir etwas gemütlicher und brachen um 09:00 Uhr für einen Strandspaziergang auf. Der Bahia Drake Trail führt entlang der Küste und zeigt die Halbinsel von ihrer schönsten Seite: verlassene Strände und dichter Regenwald liegen direkt beieinander. Bereits vom Dorf aus über die gesamte Strecke von 20km, wich uns ein kleiner schwarzer Hund nicht von der Seite. Er rannte immer ein paar Schritte voraus, als wollte er uns den Weg zeigen und blieb dann stehen um auf uns zu warten. Nach vier gemeinsamen Stunden ließ er uns zurück im Dorf allerdings schnell alleine, vermutlich um sich zuhause sein wohlverdientes Abendessen abzuholen. Auch wir waren froh, als wir im Soda endlich vor Ribs & BBQ Chicken saßen.



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