• tizianwagner

Huaraz & ¡Hasta, la proxima Lateinamerika!

Etwas mehr als eine Stunde dauerte der Inlandsflug von Cusco zurück nach Lima, wo wir uns den Tag über in Cafés & Parks an der Küste rum trieben, bevor wir abends ein weiteres mal in einen Nachtbus stiegen. Unser Ziel: Huaraz.

Die Stadt Huaraz selbst hat nicht all zu viel zu bieten, es ist viel mehr die Lage der Stadt, die vor allem leidenschaftliche Bergsteiger anlockt. Cordillera Blanca, so heißt die angrenzende Hochgebirgsregion, mit Gipfeln über 6.500 Metern Höhe. Besonders die vielen Bergseen, die aus Gletscherwasser entstanden sind und eine fast künstlich türkise Farbe besitzen, sind Ziel der zahlreichen Trekkingrouten. Einer der berühmtesten Seen ist die „Lagune 69“, zu der auch wir wollten. Zunächst unternahmen wir aber eine kleine Wanderung zur Akklimatisierung, unweit der Stadt. Der Wanderweg führte uns zu einem Aussichtspunkt, von dem man bei gutem Wetter die imposanten, schneebedeckten Gipfel bestaunen kann. Allerdings befanden wir uns am Anfang der Regenzeit und dicke Quellwolken verdeckten uns den Ausblick - immerhin kein Regen.


Am darauffolgenden Tag stand die Wanderung zur Lagune an. Um 05:00 Uhr morgens startete die Busfahrt, die etwa zweieinhalb Stunden dauerte. Auf dem Weg hielten wir kurz an einem anderen Bergsee, quasi als Vorgeschmack, denn auch dieser war schon wahnsinnig schön. Nach einem kleinen Frühstück machten wir uns dann zu Fuß auf den Weg. Acht Kilometer und 750 Höhenmeter galt es zu überwinden. Wir waren zwar in einer Gruppe von etwa 25 Leuten angereist, konnten aber zum Glück in unserem eigenen Tempo marschieren. Zusammen mit zwei Belgiern waren wir die ersten an der Lagune und konnten immerhin für eine Viertelstunde bei Sonnenschein die Kulisse genießen, ehe ein Wolkenvorhang dem Ganzen ein Ende bereitete. Die Lagune ist wirklich unfassbar schön und die Intensität der Farbe des Wassers kaum zu beschreiben. Glücklich knabberten wir an unserem mitgebrachten Vesper. Eine Stunde nach unserer Ankunft und nachdem die Wolken immer unheilvoller wirkten, begann es leicht zu tröpfeln und wir entschlossen uns, den Rückzug anzutreten. Zu spät wie sich herausstellte. Der Regen nahm recht schnell zu und als wir am Bus ankamen waren wir patschnass und bis auf die Knochen durchgefroren.

Die Diskussion, ob wir am nächsten Tag eine weitere Wanderung machen sollen oder ein wenig ausruhen bevor wir den Nachtbus zurück nach Lima nahmen, hatte sich damit auch erledigt. Der Regen war das ausschlaggebende Argument, das ich brauchte, um Laura davon zu überzeugen, dass uns eine Pause gut tun würde.


Ein letztes Mal machten wir es uns in den luxuriösen Bussitzen gemütlich, bevor wir zum dritten Mal in Lima ankamen. Drei Nächte verbrachten wir in Perus Haupstadt bevor unsere Reise einen komplett neuen Weg einschlagen sollte. Nach knapp sechs Monaten verlassen wir Lateinamerika um in Südostasien unseren Trip fortzusetzen. Peru war ein absolut gelungener Abschluss für unsere Zeit in Mittel- und Südamerika. Das Land hat uns beiden mit am besten gefallen und wir hätten es dort auch noch deutlich länger ausgehalten. Zum Abschluss waren wir noch einmal in dem Fischrestaurant was uns Carlos gezeigt hatte, um ein letztes Ceviche und einen letzten Pisco Sour zu genießen.


Seitdem bekannt wurde, dass Thailand wieder Besucher ohne Quarantäne empfängt, war für uns klar, dass wir bereit sind für eine komplett andere Kultur.

Auch wenn unser ursprünglicher Plan keine so lange Zeit in Lateinamerika vorgesehen hatte, sind wir jetzt unendlich dankbar für die Erlebnisse, Begegnungen und die Gastfreundschaft die uns überall im letzten halben Jahr entgegen gebracht wurde.




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