• Laura Enderlin

Manuel Antonio & Uvita, Costa Rica

Unser nächstes Ziel war Quepos: eine Stadt an der Pazifikküste, die für ihre Nähe zum wohl beliebtesten Nationalpark Costa Ricas bekannt ist. Der Manuel Antonio Nationalpark gehört zwar zu den flächenmäßig kleineren Parks, ist jedoch vor allem aufgrund der hohen Dichte von Tieren und der Kombination aus Regenwald und traumhaften Stränden bei Touristen sehr gefragt.

Von Montezuma aus gab es für uns zwei Möglichkeiten für die Anreise nach Quepos. Option 1 mit dem Taxiboot in knapp drei Stunden oder Option 2 mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Bus und Fähre, in etwas mehr als fünf Stunden. Die Entscheidung die Option mit den öffentlichen Verkehrsmitteln traf sich allerdings fast von alleine, war der Preisunterschied mit knapp 40€ p.P. doch sehr deutlich. Also machten wir uns am frühen Sonntagmorgen auf den Weg zur Bushaltestelle. Laut Fahrplan auf dem Holzschild dort sollte der Bus zur Fähre um 05:15 Uhr abfahren. An diesem Morgen haben wir eine wichtige Lektion gelernt, die wir wohl nicht mehr vergessen werden: immer vor Ort nochmal die Abfahrtszeiten betätigen lassen. Nachdem wir einen wunderschönen Sonnenaufgang am Strand genießen durften, ging es dann um 08:00 Uhr auch tatsächlich los.


Unser Hostel in Quepos befand sich leicht überhalb der Stadt, mitten im Dschungel gelegen. Die Zimmer waren komplett offen gestaltet, sodass man selbst aus unseren Betten im 10er Schlafsaal nach draußen schauen konnte.

Am nächsten Tag machten wir uns gleich frühmorgens auf zum Nationalpark um den angekündigten Touristenmassen zu entgehen. Allerdings wurde diese Vermutung gleich mit dem ersten Eindruck bestätigt: direkt auf dem breiten Weg nach dem Haupteingang drängten sich zahlreiche Touristen um die besten Aufnahmen von den Tieren zu bekommen. Genervt von den rücksichtslosen und sich laut unterhaltenden anderen Besuchern, bahnten wir uns den Weg auf einen der kleineren Nebenpfade. Hier konnten wir dann auch ganz in Ruhe zwei Faultiere und eine Gruppe Kapuziner Affen beobachten und nach gefühlt tausend Treppenstufen die Aussicht über die Küste und den Regenwald von einer der Plattformen genießen.

Den Nachmittag verbrachten wir am Strand im Nationalpark und hüpften vergnügt durch die Brandung. Direkt bei den Duschen bekamen wir einen weiteren Beweis dafür, dass die Tiere im Park an viele Menschen gewöhnt sind. Eine Gruppe Kapuziner Affen turnte auf dem Dach der Umkleide umher und einzelne Affen trauten sich bis auf 1 Meter Abstand an uns heran. Hin und her gerissen zwischen einem mulmigen Gefühl und der Freude den Tieren so nah zu sein, hielten wir unsere Rücksäcke und Schuhe doch ein wenig fester als sonst. Der Nationalpark hat uns mit seinen verlasseneren Wegen und der atemberaubenden Aussicht letztendlich doch überzeugt. Auch wenn er uns anfangs eher an den Affenwald zuhause im Elsaß erinnert hat, als an einen wilden Urwald :-)

Am nächsten Tag sollten wir eine weitere Lektion beim Reisen in Zentralamerika lernen. Unser Strandtag im gleichnamigen Ort Manuel Antonio endete nach einem kleinen Schläfchen im vermeintlichen Schatten leider mit einem heftigen Sonnenbrand.

Als Entschädigung gab es abends ein kleines Highlight: wir gönnten uns ein Abendessen im Restaurant "El Avion", was neben der tollen Aussicht aufs Meer auch ein altes Flugzeug inmitten des Restaurants als Blickfang hat. Tizians Flipflops sind dort leider kaputt gegangen, weshalb er dann barfuß nach Hause musste.


Nach einer eher unruhigen Nacht aufgrund eines Gewitters ging es am nächsten Morgen weiter mit dem Bus nach Uvita. Nachdem wir bereits aus Deutschland die Empfehlung bekommen hatten diesen kleinen Küstenort zu besuchen, sind wir dem weiteren Ratschlag eines anderen Backpackers gefolgt und haben im Hostel Cascada Verde ein Zimmer gebucht. Das Hostel wird von einem deutschen Ehepaar geführt und ist aufgebaut wie ein Baumhaus mitten im Dschungel. Neben der besonderen Bauweise haben wir während unserem Aufenthalt vor allem das leckere Frühstück mit Joghurt und Müsli, sowie das zur Abwechslung mal dreilagige Toilettenpapier sehr genossen.

Ein anstrengender Spaziergang führte uns ca. eine Stunde bergauf zu einem Aussichtspunkt, von welchem man den sogenannten Whale Tail Beach (ein Strand-Abschnitt in Form einer Walfisch-Flosse) zumindest erahnen konnte. Völlig erschöpft wanderten wir zurück durch einen Bambus-Wald und hatten dann das Glück völlig alleine an einem abgelegenen Wasserfall baden zu können. Hier sind auch einige wunderschöne Drohnen-Aufnahmen entstanden.

Unser letzter Abend in Uvita hielt außerdem eine ganz besondere Überraschung bereit: auf dem Rückweg wurden wir in der Auffahrt zum Hostel von unzähligen kleinen Glühwürmchen begrüßt.






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